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ShortCuts

Eine einzigartige Sammlung von kurzen Stücken für zwei Klarinetten oder Bassklarinetten von Musikschaffenden aus Österreich, Neuseeland, Australien, Venezuela, Kolumbien, Israel, Bulgarien, Polen, Schweiz, Slowakei, Finnland, Deutschland, Italien und Frankreich.

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kurz und gut: ShortCuts

Wie klingt die Musik am Beginn des 21. Jahrhunderts? Eine Antwort darauf kann das Projekt ShortCuts geben: eine einzigartige Sammlung von kurzen Stücken für zwei Klarinetten oder Bassklarinetten. Diese 34 vielfältigen Miniaturen von Musikschaffenden aus vier Kontinenten zeigt eine Momentaufnahme vom gegenwärtigen Komponieren. Initiiert von und kreiert für wurden die ShortCuts für die Klarinettisten Petra Stump und Heinz-Peter Linshalm.

Ein Zufall hatte zu dem Projekt angeregt: als 2004 Jorge Sánchez-Chiongs Bassklarinetten-Duo trópico tránsito nicht rechtzeitig zur Uraufführung fertig war, präsentierten Petra Stump und Heinz-Peter Linshalm aus dem Werk lediglich einen etwa zweieinhalb Minuten dauernden Teil: eine wilde, ausnotierte Free-Jazz Improvisation mit dem Titel for albert ayler. Das Publikum war begeistert. Petra Stump und Heinz-Peter Linshalm erkannten das Potential dieses Ansatzes: zwei gleichklingende Instrumente - Kammermusik in ihrer intimsten Form, in einem knapp formulierten Umfang. Ein spannender Ausgangspunkt. 

Das Duo Stump-Linshalm lud befreundete Komponist/innen ein, ShortCuts zu schreiben. Zwischen 2008 und 2010 entstand eine bunte Sammlung von Stücken mit einer Länge von etwa drei Minuten.

Das Spektrum reicht von höchst differenziert gestalteter Musik, wie Simeon Pironkoffs unstable secrets, ein Stück, bei dem für fast jede Note gleich mehrere Spielanweisungen vorgegeben sind, bis hin zu Christoph Herndlers quicksand, dessen musikalischer Verlauf mit schlichten graphischen Zeichen dargestellt ist.  

Während sich Klaus Langs weisse schatten. durch das sanfte Dahingleiten zwischen Geräusch und Klang auszeichnet, hat man es mit Bernhard Ganders bejing mit in Noten gesetzter Energie zu tun, die die Bassklarinette bis in die extremste Höhe treibt. Griff Johannes Kretz für sein Hoquetus Africa auf die mittelalterliche Hoquetus-Technik zurück, stand für Hey Driver, Cool Down the H’s von Christof Dienz ein Song einer lettischen Post-Punkband Pate. Sind für die Aufführung von Gerald Futschers Stück „Ich würde vorziehen, es nicht zu tun.“ ein Wasserbecken und Schläuche auf den Klarinetten notwendig, verlangt das Finale von Alexander Moosbruggers ShortCut „jemand sagt >bleib!< Schüsse aus 23 Konfettikanonen. Für Abwechslung ist bei der ShortCuts-Sammlung also gesorgt.
Text: Ursula Strubinsky

CD ShortCuts

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